|
|
|
 |
 |
 |
 |
|
In Eurem Warenkorb: 0 Artikel, 0,00 CHF
|
QNTAL |
 |
|
|
|
|
|
Vor allem ziehen sich Wandel und Verwandlung von Beginn an als roter Faden durch das Schaffen QNTALs. Damals, im Jahre 1991, gründeten Michael Popp und Syrah, die Band gemeinsam mit Ernst Horn. Multiinstrumentalist Popp war nach seinem Musikstudium am Mozarteum in Salzburg als freier Theatermusiker und –komponist an staatlichen Bühnen wie dem Wiener Burgtheater oder den Münchner Kammerspielen, aber auch in der freien Theaterszene tätig gewesen und hatte an zahlreichen Inszenierungen, Performances und Tanztheateraufführungen mitgewirkt. Sängerin Sigrid Hausen hatte – ebenfalls am Mozarteum – Gesang und Blockflöte studiert und Meisterkurse bei René Jakobs und Montserrat Figueras von Hesperion XXI. belegt. Zudem hatten beide in Salzburg bei Nikolaus Harnoncourt, einer prägenden Gestalt in punkto Aufführungspraxis Alter Musik gelernt. Da auch Horn ein Musikhochschulstudium absolviert hatte, waren die Wurzeln im klassischen Bereich naturgemäss unverkennbar. Allerdings wandelten Ernst Horn und Michael Popp (als Live-Mitglied an Gitarre und mittelalterlichen Instrumenten) gleichzeitig bereits mit DEINE LAKAIEN auf gänzlich anderen musikalischen Pfaden und legten gemeinsam den Grundstein für den späteren Erfolg dieser Band.
Auch QNTAL konnten von Anfang an beachtliche Erfolge für sich verbuchen. Weiteten Michael Popp und Syrah im Kontext des Ensembles ESTAMPIE die Grenzen einer konservativer Interpretation mittelalterlicher Werke aus, indem sie zunehmend weltmusikalische Elemente einbanden, so stand QNTAL von Anfang an für die Begegnung von anspruchsvollem Pop und historischen Klängen – frei von jeglichen stilistischen Grenzziehungen. Die Musik der Band ist nicht verkopft, aber intelligent, anspruchsvoll, aber keineswegs unzugänglich. Kein Wunder also, dass bereits das erste, schlicht „QNTAL I“ betitelte Album einen waschechten Clubhit hervor brachte: „Ad Mortem Festinamus“ – die elektronische Metamorphose eines Tanzliedes aus dem Libre Vermell de Montserat.
2001 verliess Ernst Horn die Band. Mit dem Einstieg des Berliner Produzenten, Keyboarders und Komponisten Philipp Groth bei QNTAL wurde die Innovationskraft des Trios schliesslich noch einmal entscheidend gestärkt. „QNTAL III“ lotete 2003 mit seinen ausgesuchten Klangtüfteleien neue Facetten im Kosmos der undogmatischen Vordenker aus – im Rahmen eines hochemotionalen Konzeptalbums, dem eine der grössten Liebesgeschichten zugrunde liegt: Tristan und Isolde, ein Stoff, der nun, Jahre später, auch von Hollywood entdeckt wurde. Die vielschichtige Veröffentlichung kletterte bis auf Platz 2 der Deutschen Alternative Jahrescharts 2003.
Nie wirken die modernen Elemente in der Musik QNTALs dabei wie blosse Vehikel, um überlieferte Texte und Melodien marktgerecht aufzubereiten, nie begnügt sich die Band damit, den Eskapismus in eine zur heilen Gegenwelt stilisierte Vergangenheit zu fördern. Stattdessen spürt sie jenen Stimmungen und Gefühlen nach, die wahrhaft zeitlos sind und trägt sie mittels Syrahs einzigartiger Stimme und vollkommen eigenständiger, Damals und Heute vereinender Klänge auf die Tanzflächen und in die Herzen des Publikums. Wie gut letzteres auch auf der Bühne funktioniert, davon zeugt die erste QNTAL-DVD „Live“, ein Mitschnitt des Konzertes, das am 11.06.2003 im Leipziger Schauspielhaus stattfand.
Dass die stilistische Offenheit der drei Musiker nicht bei der Verschmelzung von Mittelalter und Elektronik halt macht, zeigte sich endgültig auf dem 2005 veröffentlichten Silberling „QNTAL IV – Ozymandias“. Der Text zum Titelstück stammt aus der Feder des englischen Romantikers Percy Bysshe Shelley (1792 - 1822), mit „Flow“ findet sich eine Lautenkomposition aus der Renaissance auf dem Album, während der Abschluss von der Arie „Remember Me“ aus Henry Purcells Barockoper „Dido und Aeneas“ gebildet wird. So ist „Ozymandias“ ein weiterer Beweis der Wandlungsfähigkeit, wie der Integrationskraft des kreativen Gespanns, denn der hier praktizierte Blick über den Tellerrand geht ohne Brüche oder Einbussen an Identität und Schlüssigkeit vonstatten. Der Einstieg auf Platz 71 der Media Control Charts und die Pole-Position für die Single-Auskopplung „Cupido“ in den Deutschen Alternative Charts verdeutlichten nachdrücklich, wie gut es QNTAL verstehen, ein breit gefächertes Publikum anzusprechen, das von Album zu Album wächst.
|
|
|
|
Druckbare Version
|
|